Felices Pascuas! – Ostern in Lateinamerika

Von am 13. April 2017
Typische Osterprozession in Lateinamerika

Der Blick aus dem Fenster sagt etwas anderes, aber der Frühling hat in Leipzig bereits Einzug gehalten und Ostern steht vor der Tür. In Lateinamerika wird das Fest eine ganze Woche lang ausgiebig gefeiert. Die Semana Santa (span. „Heilige Woche“) dauert von Palmsonntag bis Ostersonntag und ist nicht nur für die Einheimischen von großer Bedeutung, sondern begeistert jedes Jahr zahlreiche Besucher aus aller Welt. In unserem neuesten Blogeintrag stellen wir euch drei interessante Osterfeierlichkeiten aus Lateinamerika kurz vor.

Die „weiße Stadt“ Popayán gilt als das religiöse Zentrum Kolumbiens und ist definitiv immer eine Reise wert. Zu Ostern lohnt sich ein Besuch aber besonders, denn dann ziehen die berühmten Osterprozessionen durch die Stadt. Diese wurden sogar im Jahr 2009 von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt. Außergewöhnlich sind die Procesiones Chiquitas bzw. die kleinen Prozessionen in Popayán, bei denen religiöse Bilder von Kindern zwischen fünf und elf Jahren durch die Straßen getragen werden.

Die beleuchteten Gassen von Popayán Die beleuchteten Gassen von Popayán, durch die zu Ostern die Prozessionen ziehen

Die beleuchteten Gassen von Popayán, durch die zu Ostern die Prozessionen ziehen

Blick auf den Strand von Puerto Madryn

Blick auf den Strand von Puerto Madryn

Im argentinischen Puerto Madryn, südlich der Halbinsel Valdés an der Atlantikküste, findet in diesem Jahr bereits zum 14. Mal eine weltweit einzigartige Veranstaltung statt: ein Kreuzweg unter Wasser – auf Spanisch: Vía Crucis Submarino. Der erste Teil des Weges wird auf dem Land zurückgelegt, bis der Priester am Hafen wortwörtlich abtaucht. Begleitet wird er von professionellen Tauchern, sowie von trainierten Kanuten und Sportlern aus verschiedenen Teilen des Landes, die ein extra dafür angefertigtes Kreuz durch das Wasser tragen. Die Unterwasser-Prozession endet schließlich am Strand, wo der Geistliche und seine Begleiter von den Menschenmassen empfangen werden. Man kann sich sicher sein, dass diese besondere Art der Prozession unter dem päpstlichen Segen steht, denn Papst Franziskus war es, der damals noch als Erzbischof von Buenos Aires die Genehmigung für die Vía Crucis Submarino erteilte.

Die imposante Kathedrale von Quito vor strahlend blauem Himmel

Die Kathedrale von Quito unter strahlend blauem Himmel

Einer der Höhepunkte der Semana Santa in Quito ist der sogenannte Arrastre de caudas (übersetzt so viel wie „Hinterherschleifen der Schleppen“), welcher in der imposanten Kathedrale zelebriert wird und jedes Jahr tausende Besucher in die Hauptstadt Ecuadors lockt. Der uralte katholische Ritus wurde einst von den spanischen Eroberern nach Südamerika gebracht und existiert in dieser Weise nur noch in Quito. Beim Einzug in die Kirche wird der Erzbischof von Geistlichen begleitet, die Umhänge mit bis zu fünf Meter langen, schwarzen Schleppen tragen. Vor dem Altar gehen sie auf die Knie und der Bischof schwingt eine riesige schwarze Flagge mit einem roten christlichen Kreuz in der Mitte. Während des gesamten Festaktes herrscht eine düstere Atmosphäre mit wenig Licht, dem Duft von Weihrauch und sakraler Musik.

Was außerdem für keinen Ecuadorianer an Ostern fehlen darf, ist die Ostersuppe Fanesca. Die beste soll es angeblich in Cuenca geben. Dieses reichhaltige Gericht kommt nur während der Osterfeiertage auf den Tisch und wird zu Ehren der Apostel Jesu aus zwölf verschiedenen Arten von Körnern sowie Hülsenfrüchten gekocht. Garniert wird diese Spezialität mit Kabeljau, gekochten Eiern und geriebenem Käse. Klingt lecker, oder?

Es finden während der Semana Santa natürlich in ganz Lateinamerika jede Menge Feierlichkeiten und prunkvolle Osterprozessionen statt, die wir euch hier gar nicht alle vorstellen können. Jedes Fest hat sein eigenes Flair und ist für alle Beteiligten ein ganz besonderes Erlebnis.

Ob diese Moai wohl auf den Osterhase warten?

Ob diese Moai wohl auf den Osterhasen warten?

Eine Frage aber bleibt zum Schluss: Was hat die Osterinsel eigentlich mit dem Ganzen zu tun? Wir verraten es euch! Das mystische Eiland im Pazifik erhielt seinen Namen, da es im Jahr 1722 am Ostersonntag vom Niederländer Jakob Roggeveen entdeckt wurde. Wieder was dazu gelernt! Von den Einheimischen wird die Insel übrigens Rapa Nui („großer Stein“) genannt. Wollt ihr noch mehr zur faszinierenden Geschichte der Osterinsel erfahren? Dann schaut euch mal unseren passenden Reisebaustein an, der sich ideal mit einer Chile-Reise kombinieren lässt – natürlich nicht nur an Ostern!

Also dann, in diesem Sinne…
Das Team von Reallatino Tours wünscht euch schon jetzt eine fröhliche Eiersuche!

Janine

Über Janine

Während der Fußball-WM 2002 wurde meine Leidenschaft für Brasilien entfacht. Und so kam es nicht von ungefähr, dass ich mich einige Jahre später in meinem Bachelor der Sozial-und Kulturanthropologie auf Lateinamerika spezialisierte. Direkt nach der Abgabe meiner Abschlussarbeit setzte ich mich in den Flieger gen Süden. Was folgte, war eine unvergessliche Rucksacktour durch Zentralamerika – von Mexiko nach Kolumbien. Im Rahmen meines Masterstudiums (Humangeographie) verbrachte ich schließlich ein Semester in São Paulo und nutzte die Zeit bis zu meiner Rückkehr für ein Praktikum an der Deutschen Botschaft in Brasília. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich seit April 2016 zum Team von Reallatino Tours gehöre!